Buchstaben, Zeichensätze und Schriften
Die Bedeutung der Typografie im Web ist nicht zu unterschätzen. Mittels des Schriftbildes beinflusst man erheblich dass und wie die Information einer Webseite aufgenommen wird.
Der Computer arbeitet bekanntermaßen mit Bits, also 0 und 1. Wie werden daraus die lesbaren Buchstaben der unterschiedlichen Sprachen und der verschiedenen Schriftarten?
Bislang wurde ein Zeichen durch 8 Bit oder 1 Byte codiert. Die Bitfolge wird einem Zeichen über verschiedene Zeichensätze zugeordnet, die nichts anderes sind als Nachschlagtabellen für unterschiedliche Sprachen, standardisiert durch die Norm ISO 8859.
Zukünftig werden Zeichen mit 21 Bit kodiert. Der Unicode strebt die möglichst vollständige Erfassung aller bekannten Zeichen aus gegenwärtigen und vergangenen Schriftkulturen an. Dafür werden mehrere sogenannte Coderäume zu 2 Byte verwendet. Um diese Zeichen für heutige Computer und Computersysteme in Bits zu verwandeln gibt es die Zeichensätze UTF-8 und UTF-16. In jedem HTML-Dokument wird angegeben, nach welchem Zeichensatz der Text codiert wurde.
Eine Schriftart stellt die Zeichen eines Zeichensatzes graphisch dar. Bei Rasterschriften oder Bitmap-Schriften sind die Buchstaben durch einzelne Pixel oder Bildpunkte festgelegt. Diese lassen sich sehr schlecht skalieren. Deshalb sind die Vektorschriften weit verbreitet, deren Graphiken aus grafischen Primitiven wie Linien, Kreisen, Polygonen oder allgemeinen Kurven zusammengesetzt sind.
Damit ein Zeichen einer Webseite auf den Bildschirmen zweier Rechner gleich dargestellt wird, müssen
- beide Rechner die gleiche Schriftart installiert haben und für die Darstellung verwenden,
- die Rechner und der Webserver den gleichen Zeichensatz verwenden, um das Zeichen zu de- und encodieren und zwar bei allen Aktionen.
Leider ist diese Schnittmenge der auf den meisten Rechnern gemeinsam vorhandenen Schriften relativ klein und limitiert die Anzahl der im Web verwendeten Schriftarten. Diese Schriftarten gelten als web safe.
- Arial/Helvetica ist charakterisiert durch große Mittellängen und einfache Formen ohne Serifen.
- Verdana wurde vor allem im Hinblick auf optimale Bildschirmdarstellung auch bei kleinen Schriftgrößen entwickelt.
- Trebuchet MS hat viele charakteristische Merkmale, die sie von anderen Schriftarten unterscheidet.
- Lucida eignet sich durch die angesprochene x-Höhe nicht sehr für umfangreichen Mengentext.
- Georgia wurde speziell für klare Darstellung und optimale Lesbarkeit auf Computerbildschirmen entwickelt.
- Times stammt aus dem Zeitungsdruck. Sie ist klar und einfach lesbar sowie im Platzverbrauch ökonomisch.
- Comic Sans ist unter manchen Designern aufgrund ihrer häufigen Verwendung im nicht-professionellen Bereich verpönt.
- Courier New ist eine nichtproportionale Schriftart mit gleich breiten Buchstaben.
Es gibt eine Vielzahl an Methoden dieses Problem zu umgehen, siehe auch Artikel neue „Schriften für die Homepage”.
Links zum Thema Buchstaben, Zeichensätze, Schriften und Lesbarkeit:
- Chaosradio Express 80 » MP3 Podcast von Tim Pritlove und Thomas Maier über die Typographie von Gutenberg über Schreibmaschinen bis zur Digitalisierung des Drucks.
- Artikelserie „Typo im Web komplett” von Gerrit van Aaken
- Artikel „The 100% Easy-2-Read Standard” bei informationarchitects mit Hinweisen zu gut lesbaren Bildschirmtexten
- Artikel „5 Regeln für einfach zu lesenden Text” bei eBusinessLab mit weiteren Hinweisen zu gut lesbaren Bildschirmtexten
- Bei „HTML Entity Character Lookup” kann man die Codierung/Entitäten von Sonderzeichen in HTML nachschlagen.
Ähnliche Artikel:
- neue Schriften für die Homepage
- Five-Second-Test
- Barrierefreiheit und Zugänglichkeit
- OpenID — der Pass für Websites
- Reihe: Entzauberung (Teil 9)
- Autorin: Dorothea Schäfer
- Themen: Entzauberung
- Tags: Arial, Comic Sans, Courier New, Georgia, Helvetica, ISO 8859, Lesbarkeit, Lucida, Rasterschrift, Schriftart, Times, Trebuchet MS, Typografie, Unicode, Usability, Vektorschrift, Verdana, web safe, Webschrift, Zeichensatz
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