07.05.2007

Menschliche und Künstliche Intelligenz

KoralleMeine Beschäftigung mit der Verarbeitung von Sprache und der Entwicklung von intelligenten Algorithmen führt zu einem großen Interesse am Gehirn als natürlichem Vorbild. Heutzutage nennt sich das ja Bionik, wenn technische Lösungen von der Natur abgeschaut werden.

  • Die Entwicklungszeit des Gehirns beträgt bisher 40 Milliarden Jahre. Da haben wir mit dem Computer ja noch viel Zeit zu üben.
  • Ein menschliches Gehirn ist erst mit 20 Jahren voll ausgereift. Ob man so lange auf einen Computer warten möchte?
  • Ein Gehirn ist spezialisiert: Bestimmte Funktionen liegen in bestimmten Regionen. Beim Computer drängelt sich alles um den Prozessor.

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Kommentare:

  1. silke sagt:

    Hallo Doro,

    Was das wohl faszinierendste am (menschlichen) Gehirn ist: Es ist unheimlich anpassungsfähig. Ich habe einen Artikel über einen Jungen gelesen, dem man eine gesamte Hirnhälfte entfernen musste. Interessanterweise hat die verbliebene Gehirnhälfte sämtliche Funktionen übernommen - im Schädel des Jungen herrscht zwar auf einer Seite gähnende Leere, das Gehirn funktioniert aber (bis auf wenige Einschränkungen) ganz normal.
    Ich möchte mal den Computer sehen, bei dem die Graphikkarte, die Funktionen der Soundkarte mit übernimmt! :) Außerdem entwickelt sich das Gehirn bis ins hohe Alter entsprechend seiner Beanspruchung - NEUROPLASTICITY ist das Schlagwort. Zum einen ist es damit wiederlegt, dass es mit dem Gehirn ab einem bestimmten Alter beispielsweise keine Fremdsprache mehr lernen kann (es fällt einem nur deutlich schwerer als im jungen Alter), zum anderen liefert einem dies ein gutes Argument für ein ständiges Training des Gehirns um Krankheiten wie beispielsweise Alzheimer vorzubeugen.
    Auch hier würde ich gerne mal einen Computer sehen, der sich aus eigener Kraft beispielsweise an die Beschleunigung des Internets anpassen kann.

    Den Braincast habe ich mir übrigens auch runtergeladen, aber ich kann ihn mir nicht anhören - diese monotone Stimme macht mich ganz wuschig!

    Liebe Grüße!
    silke

  2. silke sagt:

    Uuuups! Da habe ich ja ein schönes Kauderwelsch zusammengeschrieben. Ich sollte wohl mal wieder schlafen! :) Womit wir einen klaren Nachteil des Gehirns gegenüber des Computer gefunden hätten: Ein Computer braucht keine Nachtruhe, um fehlerfrei zu funktionieren, mein Gehirn hingegen zeigt bei Schlafmangel deutliche Ausfallerscheinungen.
    silke :)

  3. Dorothea Schäfer sagt:

    Hallo Silke,
    da gibt es noch viele viele Punkte: das Sprachzentrum verteilt sich mit dem Alter immer mehr auf beide Hirnhälften. Oder was ist mit Meditation. Budistische Mönche sind laut Braincast zu enormen geistigen Leistungen fähig. …

    Gruß Doro

  4. silke sagt:

    Den Braincast zu Meditation habe ich auch gehört. Das war der letzte bevor ich es aufgegeben habe. Ich habe zu dem Thema ein Buch: Es heißt Destructive Emotions (Daniel Goleman/Dalai Lama). Wenn Du willst kann ich es Dir leihen (nächste Woche).
    Liebe Grüße
    silke

  5. silke sagt:

    Hier ist noch der Link zu dem Buch, kannst ja mal gucken, ob es Dich interessiert:
    http://www.amazon.de/Destructive-Emotions-how-Overcome-them/dp/0747564388/ref=sr_1_1/303-2723995-8921021?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1178725597&sr=1-1

  6. Fritz sagt:

    Zufällig vorbeigeschneit. Hirn und Computer werden ja immer wieder verglichen, beides kann füreinander zur Metapher werden.
    Interessant sind aber nicht die Ähnlichkeiten, sondern die Unterschiede. Die sind - imho - so massiv, dass ein Computer niemals ein Hirn werden kann. Das Merkrwürdigste scheint mir, dass das menschliche Hirn nicht präzise denkt, sondern ungeheuer verwaschen. Präzises Denken verursacht dem normalen Menschen einen ungeheuren Konzentrationsaufwand (selbst Lessing ist an der schwierigen Logik der doppelten Verneinung gescheitert). Da geht im Kopf sehr vieles ins Ungefähre, oft gespiesen aus einem ganzheitlichen Eindruck. Und natürlich besteht ständig eine immense Irrtumsanfälligkeit. Hauptgrund dafür ist, dass das Gehirn des Menschen und sein Denkvermögen im Kontext körperlicher Erfahrungen steht und entsteht. Kindern ohne Raumerfahrung und ohne Mengenerfahrung kann man kaum Rechnen beibringen … Überhaupt ist die räumliche Orientierung konstitutiv für unglaublich viele Gedanken (auch sehr tief in der Sprache drinne).
    Der Computer kann hingegen ums Verrecken nicht ungenau denken und daher kann er auch nichts beurteilen. Seiner Intelligenz wäre enorm geholfen, wenn er lernen würde, die richtigen Fragen zu stellen. Das ist das erste, was man ihm beibringen müsste. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass intelligente Menschen immer am besten an ihren Fragen zu erkennen sind? Sie sind ständig interessiert, und gibt man Antwort, fällt ihnen gleich noch eine Frage ein…
    Ich kenne mich mit dem Stand der KI-Foschrung nicht aus. Könnte es sein, dass man den Computern beibringen will, Antworten zu geben? Halte ich für den verkehrten Weg. Erstmal fragen lernen.
    Danke, dass ich hier gerade mal was schreiben durfte
    Schöne Grüße

  7. Dorothea Schäfer sagt:

    Vielen Dank für den Kommentar!
    Zum Thema Körpererfahrung: Keine künstliche menschliche Intelligenz ohne menschlichen Körper. !!!??? Also aus die Vision des Isaac Asimov, kein Data, kein Sonny.
    Ein Glück: Mir reicht es, wenn mein Kinder den ganzen Tag über Fragen stellen, dann bin ich doch froh, wenn mein Rechner die Klappe hält. Aber schade ist es trotzdem, dass die Rechner dann auch nie unsere Spache sprechen werden. Naja, so werde ich wenigstens nicht arbeitslos.
    Gruß Doro
    Ooops. Jetzt habe ich die intelligenten Fragen vergessen.

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