01.11.2009

web 3.0 — das semantische Web

SemantikDerzeit gibt es unterschiedliche Entwicklungen, die Informationen im Internet mit ihrer Bedeutung anzureichern, die unter dem Begriff web 3.0 oder semantisches Web zusammen gefasst werden. Diese Erweiterung ist absolut notwendig, um mit der immer größer werdenen Informationsflut umgehen zu können. Die Semantik hilft, die Informationen besser automatisch zu filtern und vor allem zu interpretieren. Im semantischen Web können beispielsweise Suchanfragen konkret beantwortet werden und müssen nicht wie derzeit in einer Liste von mehr oder weniger brauchbaren Webseiten resultieren.

Schon das ursprüngliche HTML enthielt semantisches Markup wie besipielsweise das <address>-Tag. Doch auch wenn man HTML so semantisch wie möglich einsetzt — bekannt unter dem Stichwort semantisches Markup — sind die Möglichkeiten minimal, es lassen sich keine semantischen Informationen über Textdokumente hinausgehend integrieren.
Umfassende Techniken zur Codierung der Semantik einer Information wurden schon vor Jahrzehnten von der Künstlichen Intelligenz zum Beispiel im Zusammenhang mit der Sprachverarbeitung erforscht. Die Wissensrepräsentation beschäftigt sich mit der interpretierbaren Darstellung von Informationen. Offen ist derzeit noch, welche Techniken wie in die bestehenden Webstandards aufgenommen werden. Wenn das geschafft ist, werden Anwendungen entwickelt, die diese Informationen auch ausnutzen.

Jede formale Semantik, die im Web eingesetzt wird, muss in Ihrer Komplexität eingeschränkt werden. Auf der anderen Seite sind aber Werkzeuge gesucht, die universell eingesetzt werden können und trotzdem einen hohen Nutzen haben. Es ist also abzuwarten, ob es Insellösungen für einzelne Domänen, wie beispielsweise Routing geben wird, oder ob allgemein einsetzbare Techniken entwickelt werden.

Wir werden zukünftig einige der Techniken vorstellen und die Einsetzbarkeit schildern, da dies diesen Artikel sprengen würde.  Das sind:

  • semantisches Markup
    Die vorhandenen Möglichkeiten des HTML werden eingesetzt, um die Bedeutung zu hinterlegen.
  • Microformate
    „Was aber, wenn man sich weltweit einigen würde, News-Schlagzeilen in HTML immer und überall mit <h3 class=”newstitle”>…</h3> auszuzeichnen? Es würde ein Standard entstehen. Und genau diese Art von Standards bezeichnet man als Mikroformate.” (Stefan Münz: Mikroformate)
  • WAI ARIA — Web Accessibility Initiative: Accessible Rich Internet Applications
    WAI ARIA dient in erster Linie dazu Webapplikationen soweit mit semantischen Informationen anzureichern, dass sie nicht nur über die grafische Darstellung bedienbar sind.
  • RDF — Resource Description Framework
    Ursprünglich als Datenmodell der Meta-Tags entwickelt, lässt sich die formale Semantik auf andere Domänen übertragen. Die Semnatik wird in Form von Aussagen festgehalten. Für RDF existieren verschiedene Syntax, zum Beispiel eine XML-Repräsentation RDFa.

Links zum Thema web 3.0:

Wer kennt weitere Techniken? Sind die gelisteten Entwicklungen schon einsatztauglich?

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